Keine Macht den Dogmen.

Foto: Samuel Raub
“Kein Macht den Dogmen.” Dem Leitsatz der Demonstration gegen die diskriminierende Sexuallehre des Papstes und die patriarchale Struktur der römischen Kirche werden sich wahrscheinlich auch viele Christinnen und Christen von Herzen gerne anschließen können. Wenn die Demonstration auch explizit keine antikirchliche oder antichristliche oder antireligiöse Veranstaltung sein wollte, so war unter den Protestierenden doch deutlich eine “Glaubst du noch oder denkst du schon?”-Stimmung spürbar. Schade, aber kein Wunder. Ich finde, diese mangelnde Differenzierung zwischen Kirche und Engstirnigkeit, Kirche und Biederkeit, zwischen Kirche und Patriarchat sollten die Glaubensgemeinschaften in aller Demut auf ihre Kappe nehmen. Ich wünsche mir, dass die Kirchen aufschließen, zu einer Zeit des “Danach”: post-modern, post-kolonial, post-struktural, post-positivistisch. Es ist Zeit, dass Kirche zu einer postinstitutionalisierten, postdogmatischen, in einem Wort, freiheitlichen Lebensform findet, in der Menschen wieder weiten Raum finden. Raum zur Begegnung mit Welt, anderen Menschen und mit Gott. Im Fundament aller Kirche, den heiligen Schriften der Weltreligionen ist dieser Frei-Raum angelegt. Und zwar mit weit offenen Fenstern und Türen, mitten in der Jetzt-Zeit, mitten im Leben und mitten in der Welt.
Gelernt: Kirche macht schwere Fehler, wenn sie Ausgestoßene produziert.

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